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Maschenprobe:
Auch wenn Wolle und Nadelstärke passend ausgesucht wurden, kann das Gestrick lockerer oder fester weden, je nachdem wie fest der Faden nach der Maschenbildung angezogen wird. Das kann die Maße der fertigen Teils stark beeinflussen. Mit einem mindestens etwa 12 x 12 cm großen Probestück im Strickmuster wird festgestellt, wie viele Maschen 10cm Strickbreite und wie viele Reihen 10cm Strickhöhe geben. Wenn genau nach Anleitung gestrickt werden soll, müssen Maschen- und Reihenzahl genau den Angaben in der Anleitung entsprechen. Ist das nicht der Fall, muss eine andere Nadelstärke verwendet werden. Möglich, aber schwieriger ist es, die Angaben in der Anleitung auf die Zahlen der Maschenprobe umzurechnen.
Strickanleitung:
Gestrickte Bekleidung ist flexibel, passt sich so dem Körper an und ist bequem beim Tragen. Besonders wenn enges Anliegen am Körper gewünscht ist, kommt es jedoch sehr darauf an, auch beim Stricken die individuellen Körpermaße zu berücksichtigen. Zu eng gestrickte Teile können Körperformen unvorteilhaft hervorheben, die von etwas lockerer gehaltenen Teilen gut überspielt werden. Andererseits neigen zu weit, zu lang oder zu locker gestrickte Teile zum Durchhängen, was einen schlampigen Eindruck bewirkt. Strickanleitungen sollen daher zunächst entsprechend beurteilt und gegebenenfalls angepasst werden.
Strickwolle:
Reine Schurwolle wird vom lebenden Schaf durch regelmäßiges Scheren gewonnen. Diese Rohwolle durchläuft mehrere Verarbeitungsschritte, bis zum gereinigten, gleichmäßig versponnenen, meistens gefärbten Strickgarn. In der Regel wird die Wolle vorbehandelt, damit sie bei schonender Wäsche bis 30° nicht mehr einläuft. Häufig werden synthetische Fasern beigemischt, vor allem, um die positiven Pflege- und Trageeigenschaften zu verstärken. Wolle hält warm, wirkt temperaturausgleichend und kann bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen.
Andere Tierhaare, von Ziegen (Mohair), Kaninchen (Angora), Lamas oder Alpakas gleichen Temparaturschwankungen oft besser aus, lassen sich angenehmer tragen, sind leichter oder dekorativer, in der Gewinnung jedoch aufwendiger und daher auch teuer.
Chemiefasern:
Mit Fasern aus der Retorte erhalten Designer große Freiheiten. Sie kommen daher in jedem Modetrend vor. Auch wenn es darum geht, regen- und reißfeste Kleidung herzustellen, die bei minimalem Volumen und Gewicht Wind und Kälte abhalten und sich knautschfrei tragen lassen kann, sind im Labor hergestellte Fasern unschlagbar.
Zellulose-Fasern werden aus pflanzlichen Rohstoffen durch chemische Prozesse gewonnen und kommen als Viskose, Acetat oder Modal in den Handel. Synthetische Fasern entstehen durch chemische Reaktionen verschiedener Elemente mit dem Grundstoff Kohle oder Erdöl.
Alle Chemiefasern sind absolut problemlos zu pflegen. In Garnmischungen sorgen sie dafür, dass Stricksachen besonders formstabil sind. Sie werten Naturfasern auf, stärken deren positiven Eigenschaften und gleichen mögliche Schwächen aus.